Zurück


24.08.2026

Das Internationale Workcamp auf der Edelweißhütte

So lief das Internationale Workcamp 2026

Vom 15. bis 29. August 2026 haben zwanzig junge Menschen aus elf Ländern zwei Wochen lang auf dem Gelände der Edelweißhütte gearbeitet, gelernt und zusammengelebt. Getragen wurde das Camp vom Kreis-jugendring Nürnberger Land gemeinsam mit den ijgd.

Selbstorganisation, praktische Arbeit und gemeinschaftliches Lernen

Die Tage des internationalen Workcamps begannen mit einem gemeinsamen Briefing und endete mit einem Debriefing.

Die Arbeit wurde mithilde eines Kanban-Systems organisiert. Das heißt Alle Aufgaben wurden auf Karten geschrieben und auf einem Board befestigt. Es wurden verbindliche Projekte geplant und in Teilaufgaben zergliedert. Es gab Raum für optionale Vorhaben und Aufgaben für freie Kapazitäten. Die Teilnehmenden organisierten selbst, wer welche Aufgaben übernahm, was priorität hatte und wo Fortschritte stattfanden. Eine der Telnehmenden übernahm im Laufe der ersten Tage die Moderation des Boards, sodass die pädagogische Leitung zunehmend organisatorische Verantwortung abgeben konnte. Für zukunftige Camps soll ein digitales Board verwendet werden.

Im Laufe des Camps wurden immer wieder bereits geplante Abläufe verändert. Waren für den ein oder anderen Arbeiten körperlich zu belastend, wurden die Teams neu zusammengestellt. Ordentlicher Nach- und Vorbereitung wurde Vorzug vor blindem Aktivismus gegeben, durch längeres Arbeiten an einzelnen Tagen wurde an anderen Tagen Freizeit ermöglicht. Manche Projekte wurden neu überdacht oder erwiesen sich als zu komplex und wurden verworfen, sodass Kapazitäten für andere Projekte frei wurden.

Das alles wurde zum größten Teil durch die Teilnehmenden selbst bestimmt, organisert und umgesetzt. 

Praktische Arbeitsprojekte

Im November 2026 soll auf dem Gelände der Edelweißhütte ein neuer, inklusiver Spielplatz entstehen. Hierfür mussten die bisherigen Spielgeräte rückgebaut werden. Das Material sollte wenn möglich wiederverwendet. werden War das nicht möglich, musste der Abtransport des Mülls organisiert werden. Aus dem alten Holz des Spielturms wurden neue Sitzbänke gemacht, die nun vor dem Jugendgästehaus stehen. Alte Steinplatten wurden eingelagert, um sie in Zukunft wiederzuverwenden. Die zum Teil harte, körperliche Arbeit erforderte auch ein reflektieren über Ressourcenschonung und Upcycling.

Während des Camps wurden Biotope und ein Biotop-Lernpfad angelegt. Die Teilnehmenden beschäftigten sich mit der Bedeutung von Kleinbiotopen, konnten eigene Ideen entwickeln und verwendeten Wasser, Steine, Totholz und Laub für die eigenen Biotope. Es wurden Beschilderung, digitale Inhalte und ein modulares Holzsystem vorbereitet. Ziel ist es die Biotope mit Schulklassen weiterzuentwickeln und zu bauen. Ab 2027 sollen die Biotope für Umweltbildung, Beobachtungen und Experimente genutzt werden.


Ein weiteres Projekt ergab sich spontan während des Workcamps, als ein Student der Architektur gemeinsam mit weiteren Teilnehmer:innen dir Idee für ein taktiles Modell der Edelweißhütte hatte.

Getestet wurde, wie können Gebäude, Gelände und Bäume dargestellt werden, dass Menschen ohne Sehvermögen verstehen und erkennen können, was sie fühlen. Es wurden unterschiedliche Materialien und Bauformen getestet und mit verbunden Augen bewertet. Dieses Projekt bietet eine Grundlage für eine stärkere inklusive Gestaltung des Geländes in Zukunft.

Exkursionen und Ausflüge

Neben den Arbeitsprojekten veranstalteten die Teilnehmer:innen Exkursionen und Ausflüge. So fiel beispielsweise die Entscheidung das ehemalige KZ-Außenlager und den Doggerstollen in Hersbruck zu besuchen. Diese Ausflüge führten zu Gesprächen über Zwangsarbeit, Erinnerungskultur, gesellschaftliches Wegsehen und den Umgang mit historischen Orten.

Im Gedächtnis geblieben ist allen auch der Ausflug in die Fackelmann-Therme. Nicht zuletzt wegen einem rassistischen Vorfall, der durch die Zivilcourage zweier unbeteiligter Badegäste und die angemessene Reaktion des Personals, nicht nur negativ in Erinnerung behalten wird.